Palafito - Projekt und soziales Umfeld

Eigentlich wollte ich schon länger einen Blogeintrag über den Bau meines eigenen Palafitos schreiben. Ich kam aber kaum dazu, da ich so mit Bauen und Streichen beschäftigt bin. Jetzt sind auch noch die Zitrusfrüchte reif und ich muss Sirup herstellen für den Verkauf. So hatte ich einfach nicht die Ruhe meine Gedanken zu büscheln. Ein paar Fotos habe ich zwar eingefügt. Es passiert aber jetzt so viel, dass ich schreiben "muss".

Die allgemeine Lage ist im Moment hier schlimm und ich muss leider wieder eine Bitte an meine Blogleser richten. 

Seit Beginn der 3. Palafitoserie ist in Paraguay, wie auf der ganzen Welt die Lage ganz und gar nicht einfach. Die Preise sind in einem stetigen Aufwärtstrend. Vor allem seit dem Krieg in der Ukraine gehen die Treibstoffe hoch... und somit steigen die Preise noch mehr. Die Löhne hinken da immer hinterndrein... sprich es hat weniger Geld im Umlauf... was sich dann vor allem auch auf die Einnahmen von selbständigen Kleinstunternehmern auswirkt. Die Produktepreise können gar nicht genügend angehoben werden, da sonst niemand mehr die Produkte kaufen kann. Deswegen hat Don Dorotheo zum Beispiel aufgehört, seine Holzofen-chipa zu backen. Weil die Zutatenpreise so gestiegen sind lohnt es sich einfach nicht mehr. Die ganze Familie hängt jetzt vom Handwerkerlohn des Schwiegersohns ab, der ja auch nicht sehr gross ist.

Diese Entwicklung wirkt sich auch auf meine Marktverkäufe negativ aus. Somit fällt es mir schwer auch noch Daisy und ihre zwei Kinder zu unterstützen und diese Frau hat mir doch so viel beim Bau meines Hauses geholfen und ist in einer verzwickten Lage. 

 

 
Ich habe ihr aus dem Palafitofond Geld geliehen, wegen den steigenden Preisen fehlt dieses Geld jetzt eigentlich, da die Reserve, die ich immer einplane, aufgebraucht ist. Daisy, die vor wenigen Monaten mit ihren zwei Kindern in die Chacarita gezogen ist, ihr Haus zurückgelassen hat, um einem gewalttätigen Exfreund auszuweichen, ist sehr tüchtig. Sie kommt aber alleine einfach nicht mit allen ihren Problemen zurecht. Ihre Kinder sind gar nicht einfach. Der Vater der zwei Kinder zahlt seinen Pflichtanteil (sehr wenig) nur sporadisch. Daisy hat einen Lasttöff auf Pump gekauft und nach dem Umzug konnte sie die Quote nicht mehr zahlen. Sie hat es zwar versucht, hatte aber auch Reparaturkosten, ihr Kind ist erkrankt und sie hat sehr lange gebraucht, eine anständig bezahlte Arbeit zu finden. Vor 3 Tagen hat wurde ihr der Töff weggenommen. Dieser Töff ist ein wichtiges Arbeitsmittel, denn er ermöglicht es ihr, selbständig zu arbeiten (Recycling und kleine Transporte), wenn sie keine Arbeitsstelle hat. Dies kann sie bestens mit Haushalt und Kinder betreuen kombinieren.

Um ihn zurückzubekommen muss sie PYG 1'500'000 zahlen, einen Schuldbetrag, den sie wegen der nicht gezahlten Quoten hat. Im Moment hat Daisy eine gute Arbeitsstelle auf dem Bau, sie ist eine tüchtige Handwerkerfrau, dies wird es ihr möglich machen, ihre monatlichen Quoten zu zahlen, nicht aber, die ganzen Schulden. Ich möchte ihr gerne helfen, diese Schulden abzuzahlen, damit sie da sauber neu anfangen kann und nicht mehr hinterherhinkt. Die Töff-Schulden zusammengerechnet mit dem Schulden am Palafitofond sind 2'200'000 Guranies oder umgerechnet 400 Franken.

Ich wäre so dankbar für einen Zustupf aus der Schweiz. Es sind alles so ehrliche und gute Leute, die es trotz allem Fleiss nicht schaffen über die Runden zu kommen und denen etwas Unterstützung soviel Mut macht. Vielen Dank im Voraus!

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