Das erste Haus ist fertig!

 

Diese Woche ging es an die Fertigstellung des ersten Pfahlbauhauses. Für die Grundstruktur hatten wir Balken aus einheimischem Holz gekauft. Diese sind zwar teurer als der häufig verwendete Eukalyptus, aber viel resistenter. Die Balken wurden mit den Eisenstangen der Zementsäule und mit Stahlverbindungen befestigt. Es war gar nicht einfach die richtige Dicke zu finden, denn offenbar sind wegen dem Coronavirus und dem tiefen Wasserstand des Rio Paraguay die Materialien aus Stahl knapp geworden. Auch der Zement-Preis ist in letzter Zeit in die Höhe geschossen. Die Eisen wurden mit einer Hand-Kreissäge geschnitten, mit dem Handbohrer Löcher gebohrt und auch von Hand gebogen. So kommt es massgeblich billiger, als etwas Vorgefertigtes einzukaufen.

 

 

Befestigung der Holzbalken an der Zementsäule. Die Kombination von Beton und Holz ist billiger als ein Beton-Backstein-Haus und dauerhafter als die herkömmlichen Pfahlbauten auf Holzpfosten, zumal die guten dauerhaften Hölzer kaum noch zu haben sind.
 

 

Die Grundstruktur für den Boden wird verschraubt.

 
 



 

Während der Arbeiten hatte es viel Publikum, die halbe Nachbarschaft kam schauen, wie es mit den Bauarbeiten vorwärtsgeht. Je weiter die Arbeiten fortschreiten desto mehr Interesse findet sie im Viertel und auch ausserhalb.

 

Auf einem provisorischen Holzboden wird die Wand vorbereitet. Auch dafür wurde eine Mischung von einheimischen Hölzern eingekauft, die zwar teurer, aber auch haltbarer sind als Eukalyptusholz aus Monokultur.

 

Die rustikale Holzwand. Hier wird rohes und ungelagertes Holz verwendet. Verarbeitetes und gelagertes Holz ist um vieles teurer. Die beim Trocknen entstehenden Spalten werden vorsorglich mit einem zweiten Holz überdeckt. Die beiden Bauarbeiter, Schreiner von Beruf, die hier arbeiten, sind wie der Grossteil der Familien im Viertel aus Caguazu und dort baut man so.

 

Die weissen Flecken sind normal für diese Art von Holz, das Timbo heisst. Laut Ricardo, dem Vorarbeiter ist das ein sehr dauerhaftes leichtes Holz, aber es scheidet beim Trocknen viel Wasser aus, darum die Pilzflecken. Dieses Holz wird offenbar oft für Holzboote verwendet, weil es leicht und dauerhaft ist. Beim Streichen werden die Flecken verschwinden.

 

Vorbereitungen für die Dachbalken: Diese sind ab Lager nur aus Eucalyptusholz erhältlich. Sie werden genau zugeschnitten, da sie zu lang geliefert wurden, können die Reststücke noch für Stuhlbeine verwendet werden.

 

Die Balken werden so aneinandergelegt, dass sie eingentlich selbsttragend sind. Sprich, nicht das ganze Gewicht des Dachs liegt auf dem Längsbalken.

 

Die Dachlatten werden angebracht, auch diese sind aus schönem einheimischem Holz.




Die Bodenplatten werden verlegt.




 

Die Türen werden aus den Resten der Bodenplatten gefertigt.


Die Spalten zwischen den Hölzern werden mit einer kleineren Latte verdeckt, diese Latte darf nicht zu schmal sein, da die Hölzer, welche ja nicht gelagert sind, noch eingehen werden. Diese Lättchen sind kaum aus einheimischem Holz zu haben, daher haben wir sie aus Eucalyptospfosten zuschneiden lassen.





Jetzt fehlt nur noch der Anstrich. Unterdessen ist auch schon das nächste Haus im Bau.....


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