Palafitoprojekt-Update

 

Während der Fertigstellung des ersten Hauses vor etwa zwei Wochen, mussten wir das Holz für die nächsten drei Häuser einkaufen. Da der Lieferant, den wir ausgesucht hatten, leider nur Bretter für ein Haus  in der richtigen Länge hatte, mussten wir einige Holzlager abklappern, um schliesslich von zwei verschiedenen Orten für die restlichen drei Häuser die Bretter einkaufen zu können. Das war ziemlich mühsam und der Transport kostete auf diese Weise viel mehr als erwartet, auch das Holz wäre am ersten Ort etwas billiger gewesen. Aber zumindest haben wir gute Qualität gefunden und konnten ohne Pause weiterarbeiten.


Die Deckleisten werden noch angebracht um das Haus gut zu schliessen, danach kommt das zweite Haus dran.  Die vier Treppen werden dann am Schluss angebracht und der Anstrich ganz zuletzt.



Das zweite Haus war dasjenige für Nenito. Er wurde während des Projekts unerwartet schwer krank. Dank Freiwilligen im Team, konnte das Projekt trotzdem fast reibungslos weiterlaufen und das Haus von Nenito beinahe fertiggestellt werden, bevor er aus dem Spital entlassen wurde. Alle waren richtig froh, als er endlich nach Hause kommen konnte. Hier jemanden im Spital eingeliefert zu haben, ist nervenaufreibend und teuer, zumal in den öffentlichen Spitälern zwingend jemand im Spital sein muss, um die Medikamente kaufen zu gehen die der Patient braucht. Da wird sogar dort geschlafen und dies in einem notdürftigen Zelt. Das Spital, in dem Nenito interniert war, lag so weit weg, dass man kaum abwechseln konnte, somit war viele Wochen lang Daisy bei ihm. Das ist seine Nichte, die er auch als "Mitbesitzerin" im Hausvertrag eingeschlossen hat.

Auch einer der jungen Freiwilligen aus dem Südbañado, der das letzte Jahr beim Palafitobauen mitangepackt hat, konnte dieses Jahr nicht mehr mithelfen. Er wurde sehr überraschend ins Spital eingewiesen und wartete dort auf eine heikle Herzoperation. Diese wird nötig, weil er eine Infektion mit einem resistenten Bakterium hatte. Der Befund wurde im öffentlichen Spital, wo er mehrmals wegen Fieber vorsprach, nicht erkannt, weswegen sein Herz über die Monate Schaden genommen hat. Hektor wurde am gleichen Tag wie Nenito aus dem Spital entlassen. Aber er wird sich ein ganzes Jahr lang sehr schonen und lebenslang Medikamente nehmen müssen. Auch er kann noch nicht arbeiten, was gar nicht einfach ist für ihn und und seine Partnerin. Auch seine Wohnstätte ist nicht wirklich gut für seinen Gesundheitszustand, vor allem die Feuchtigkeit ist ein Problem. Daher dachten wir: Sollte etwas vom Palafitoprojekt übrigbleiben, wollen wir dies nutzen, um für Hektor ein weiteres Palafito zu bauen. 

Jetzt aber zurück zu den Bauarbeiten:

Das Gerüst für die Wand wird an die Eckbretter genagelt, erst wenn all die Bretter an die Balken und das Gerüst genagelt sind, wird dies richtig stabil.

 

Das Dachgerüst noch ohne Dach, auch dies gewinnt nur als Ganzes die notwendige Stabilität.


Der Giebel des Hauses ist nicht einfach anzufertigen, da muss sehr genau gearbeitet werden. Die kleinen Bretter müssen vorher ganz genau zugeschnitten sein, dafür können Holzreste gebraucht werden oder Bretter, die einen Defekt haben und man diesen Teil abgeschnitten hat. 


Das bis auf die Treppe und den Anstrich fertige zweite Haus.


Danach ging es mit dem Gerüst des dritten Hauses los. Dies steht auf einem tiefer gelegenen Landstück und hat daher etwas längere Zementsäulen. Somit wurde es mit drei Verstärkungen aus Zement versehen, um dem Haus mehr Stabilität zu geben.

Um hier die Wand fertigzustellen, mussten wir ein weiteres Gerüst-Modul kaufen, damit sicher gearbeitet werden kann.


 

Die Sicht vom dritten Haus zum zweiten und dem Blauen der letzten Serie.

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