Abschluss der zweiten Serie von vier Palafitos

 

Nach vier Monaten ist das zweite Palafitoprojekt mit vier Häusern abgeschlossen. Vor zwei Wochen wurde mit dem Team die letzte Treppe fertiggestellt. Der Anstrich ist jedem Hausbesitzer selbst überlassen, die Farbe haben wir nach Wunsch zur Verfügung gestellt.

Ricardo stellte sich gratis zur Verfügung das Haus von Nenito zu streichen. Nenito ist weiterhin krank. Zwar wurde er aus dem Spital entlassen, aber er hat weiterhin Probleme mit seinem entzündeten Bein und kann kaum gehen. In seinem Zustand kann er sein Palafito nicht bewohnen, da er nicht Treppen steigen kann und wir dafür noch eine Lösung finden müssen, zum Beispiel mit einem Treppenlift.


Diesen werden wir allerdings noch finanzieren müssen, da wir das restliche Geld im Fonds, das wir für Hektor gesammelt haben, komplett für das Palafito von Hektor benötigen, der nach seiner Operation dringend eine bessere und permanente Wohnsituation braucht. Das Haus in dem er vorübergehend wohnt, wird demnächst verkauft. Das Geld, das wir während dem Projektverlauf gesammelt haben, werden wir in ein zweites Palafito im Südbanado investieren, da eine unserer Helferinnen dort mit ihrem 9-jährigen Adoptivkind auf der Strasse steht. Somit müssen wir im Januar dringend mit dem Bauen beginnen. Damit dieses reicht, muss sie selber 5 Millionen Guaranie beschaffen, damit wir Ricardo für das Anleiten der Bauarbeiten bezahlen können.

Dank seiner Erfahrung im Palafitoprojekt hat Nano, das motivierteste Mitglied der Quadrille, eine Arbeit auf dem Bau gefunden und konnte deshalb für den Anstrich seines Hauses Ricardo und Escobi anstellen, das kam beiden zugute. Escobi brauchte dringend Geld, nach so viel Freiwilligenarbeit und auch Ricardo wird bis Januar wohl kaum noch Arbeit finden. Zwar haben wir ihm zu Projektende eine Art Ablösung gezahlt, dies wird ihm aber nicht weit reichen.


Auf dem unteren Foto sieht man das fertiggestrichene Palafito von Niña und Nano mit ihren drei Kindern. Im Hintergrund ist das Palafito von Ricardo, wo sein adoleszenter Sohn wohnt. Das braune Teil ist der Anbau den Ricardo im letzten Jahr auf Holzpfosten gebaut hat, damit sie zu Überschwemmungszeiten besser Platz haben. Dank dem soliden Fundament und der Säulen kann die Zementstruktur des 4 x 6 Meter grossen Palafito ausgezeichnet zum Stabilisieren eines Anbaus oder mehrerer benutzt werden. So können die Bewohner ihre Stelzenhäuser gut aus eigener Kraft Stück um Stück vergrössern.

In diesem Panoramabild sind die vier Palafitos des ersten Projekts und die drei neuen zu sehen. Das Haus von Quino, das im Moment seinen grünen Anstrich erhält sieht man von diesem Standort aus nicht.

Das Haus in fuchsia ist dasjenige von Nenito, das noch einen Treppenlift braucht, das Blaue ist ein letztjähriges, darin wohnt Vale mit ihrem kleinen Sohn und ihrem Freund. Im Hintergrund sieht man das Palafito von Isa und Miguel mit ihren 2 Kindern, welches noch auf den Anstrich wartet.

Das Palafito von Quino während dem Anstrich. Darin werden, in Zeiten ohne Überschwemmung, die adoleszenten Söhne wohnen, Dafür hat Quino das Haus mit zwei Türen gebaut, dass daraus zwei Zimmer mit separaten Eingängen gemacht werden können. 


Auch möchte ich für mich eigentlich gerne einmal in ein eigenes Palafito investieren, da ich hier seit längerem in einem fremden Zimmer gratis hause, was mir langsam unangenehm wird. Ausserdem sieht es im Moment so aus, dass ich doch noch einige Zeit hier in der Chacarita bleibe. Zwar habe ich kaum Zeit mich darum zu kümmern. Da ich ab und zu eine Spende für mich persönlich erhalte, werde ich dieses Geld dafür zusammenlegen. Lange habe ich diese Entscheidung hinausgeschoben, da ich immer mal wieder eine Rückkehr in die Schweiz erwäge. Unterdessen habe ich mich hier schon richtig niedergelassen mit Garten und Ställen für die Geissen und sollte wirklich einmal meine Wohnsituation verbessern.

Ich rufe sehr ungerne zu Spenden auf, zumal ich dieses Jahr aufgrund der Herzoperation von Hektor schon einen dringenden Aufruf machen musste, worauf aus der Schweiz sehr grosszügig reagiert wurde. Dafür ich sehr dankbar. Dies gibt mir jetzt die Möglichkeit Hektor und seiner Freundin in ihrer Wohnsituation zu helfen. Leider vermehren sich die zu lösenden Probleme und es wird nicht einfach sein nach der abgeschlossenen Projektetappe in der Chacatita auch im Südbañado noch 2 Palafitos zu bauen, welche nicht einmal am gleichen Ort stehen. Das dafür zur Verfügung stehende Geld ist knapp und logistisch wird es nicht einfach sein.Für mich schon gar nicht, da ich die Geissen und den Garten in der Chacarita besorgen muss und kaum gleichzeitig das Projekt im Südbañado betreuen kann. Zwar wird es nicht nötig sein, dass ich immer dort bin, denn für die Bauleitung bezahlen wir ja Ricardo. Trotzdem habe ich jeweils viel Arbeit mit dem Organisieren und Beachten, dass das Material immer rechtzeitig und vollständig vorhanden ist und auch sonst alles stimmt.  

Ich weiss, dass bei euch die Briefkästen vor Weihnachten voller Spendengesuche sind. Sollte mir aber trotzdem jemand etwas spenden wollen, würde dies für den Treppenlift von Nenito eingesetzt und zur Sicherstellung des Baus der zwei Palafitos im Südbañado. Verwaltungskosten gibt es bei mir nicht. Sollte jemand zu Weihnachten mir persönlich etwas zukommen lassen wollen, bitte ich, dies klar zu deklarieren. Je nachdem könnte ich endlich meine Wohnsituation verbessern und meine kaputte Kamera ersetzen. Ich habe gegenwärtig nur mein Handy und es ist schwierig, damit gute Bilder zu machen. 

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